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Jagdverein Hubertus “Altkreis” Büdingen

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Luchshegering Vogelsberg

 

 

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Faltblatt-Download als pdf.-Datei  Der Luchs im Vogelsberg

Der Luchs kehrt in den Vogelsberg zurück

Erster Hegering zum Schutz der größten europäischen Raubkatze von sieben Jagdvereinen gegründet 

Schotten-Rainrod - “Die größte europäische Raubkatze, der Luchs (Lynx lynx), ist in den Vogelsberg zurückgekehrt. Damit sich der Luchs in dieser Region wieder heimisch fühlt und dauerhaft ansiedelt, haben sieben oberhessische Jagdvereine im Schottener Stadtteil Rainrod den Luchs-Hegering Vogelsberg gegründet”. Das teilt der Vorsitzende des Jagdvereins “Hubertus” Büdingen., Andreas Mohr, in einer Presseerklärung mit. Als Leiter des Luchs-Hegerings, der in Hessen einzigartig ist, fungiert der von der Jagdbehörde bestätigte Jagdaufseher Michael Jüngling aus Schotten.

Nachdem 2005 Luchse bei dem Lauterbacher Stadtteil Maar, bei Grebenhain sowie zwischen Herbstein und Altenschlirf und zuletzt bei Schotten aufgetaucht sind, rief Forstassessor Mohr namens des Jagdvereins Büdingen zur Gründung des Luchs-Hegerings Vogelsberg auf. An der Gründungsversammlung nahmen neben “Hubertus” Büdingen Vertreter der Jagdvereine Gießen, Butzbach, Lauterbach, Schlüchtern, Gelnhausen, Wetterau sowie der Rotwildhegegemeinschaft Hoher Vogelsberg teil.

Radierung von Dieter Schiele,
DJV Kulturpreisträger und Mitglied
im Jagdverein Hubertus Büdingen

Mit Hilfe des neuen Hegerings, der die Jäger des Wetteraukreises, des Vogelsbergkreises, des Main-Kinzig-Kreises und des Kreises Gießen einbezieht, wollen wir Erkenntnisse über das Vorkommen des Luchses im Vogelsberg zentral sammeln und ein langfristiges Monitoring (Dauerbeobachtung) aufbauen”, erläuterte Mohr. Um den Lebensraum dieser Raubkatze schützen und verbessern zu können, müssten ihr Aktionsradius und ihre Wanderwege bekannt sein. Vor allem gilt es nach Mohrs Worten zu vermeiden, dass der Luchs dem Straßenverkehr zum Opfer fällt oder zu sehr durch Tourismus und Freizeitaktivitäten von Waldbesuchern gestört wird.

Der Luchs wird zwar seit langem in Deutschland nicht mehr bejagt, unterliegt aber dennoch dem Jagdrecht. “Das deutsche Jagdrecht verpflichtet die Jäger, insbesondere auch jene Wildarten zu hegen, die nicht mehr bejagbar sind. Die Grünröcke übernehmen damit die Verantwortung, das ihnen Mögliche beizutragen, damit der Luchs auch im Vogelsberg wieder Lebensraumbedingungen findet, die ihm den Aufbau einer gesicherten Population ermöglichen”, betonte Mohr.

Die rund 80 Jäger unterstützten deshalb in der Versammlung geschlossen den Vorschlag Mohrs, einen speziellen Luchs-Hegering zu gründen. Wie die Diskussion zeigte, sind in der Jägerschaft aufgrund der umfangreichen naturkundlichen Ausbildung für die Jägerprüfung zwar sehr viele Kenntnisse über den Luchs vorhanden. Im Hinblick auf konkrete Maßnahmen zur Lebensraumverbesserung sind jedoch weiterer Sachverstand und die Zusammenarbeit mit anderen Naturschutzverbänden, Behörden und Gemeinden notwendig. Zur Vertiefung der Fachkenntnisse wurde beschlossen, Wissenschaftler und Fachleute zu Vorträgen über den Luchs einzuladen.

Ferner erörterte die neu gegründete Hegegemeinschaft die Frage, welche Bedeutung die Rückkehr des Luchses in den Vogelsberg für die ortsansässige Bevölkerung hat. “Auch wenn mit der Rückkehr dieser Raubkatze unsere intensiv durch Erholungssuchende, Sportler und Forstwirtschaft genutzten Wälder ein Stück Natürlichkeit wiedererlangen, trifft das Vorhandensein des Luchses wahrscheinlich nicht immer auf ungeteilte Zustimmung”, stellte Mohr fest.

“Immerhin geht es hier um ein Raubtier, das etwa die Größe eines Schäferhundes und ein Gewicht von 30 Kilogramm erreichen kann. Der Glaube, dass alle großen Raubtiere eine ernste Gefahr für den Menschen und seine Nutztiere sind, wurde vielen schon im Kindesalter vermittelt”, erläuterte der Forstassessor und Jagdsachverständige Mohr. Zudem erbeute der Luchs neben Rehen, Hirschkälbern, Hasen, Füchsen, Vögeln und Kleinsäugern auch Weidevieh wie Schafe und Kälber. Als Ansitzjäger lauert die Raubkatze ihrer Beute auf und tötet Säugetiere meist mit einem einzigen Biss in die Kehle. Menschen  werde der scheue Luchs, der jeweils ein Territorium von 120 bis 400 Quadratkilometern benötigt, jedoch keinesfalls gefährlich. 

Wenn Jäger und andere Naturfreunde im Vogelsberg einen Luchs beobachten oder sonstige Hinweise auf sein Vorkommen haben, sollten sie folgende Ansprechpartner der Luchs-Hegegemeinschaft Vogelsberg informieren: Im Raum Schotten/Nidda/Laubach Michael Jüngling (Tel. 0176 40124347), im Raum Gedern Forstassessor Michael Reeker (Tel. 0175-401 89 18) und Forstoberrat Stefan Wern (Tel. 0171-817 44 26) sowie im Raum Büdingen Forstassessor Andreas Mohr (Tel. 0160-282 80 15) und Forstassessor Martin Hamburger (Tel. 0174-986 72 97). Bei diesen Luchsbeauftragten oder im Internet - www.hubertus-buedingen.de kann ein kurzer Ratgeber rund um den Luchs abgerufen werden. Dieses Faltblatt erläutert auch, an welchen Spuren man im Revier die Anwesenheit dieser Raubkatze erkennt.


Der Eurasische Luchs   Lynx lynx (Linnaeus, 1758)  

Quelle: Frank Huber - www.big-cats.de                       Ergänzungen: Dieter Schiefner / Andreas Mohr

Dass der Luchs vor 150-200 Jahren auch einmal im deutschsprachigem Raum weit verbreitet war, kann sich heutzutage kaum jemand vorstellen. Da er damals auch Haus- und Nutztiere riss, wurde er als "Schädling" angesehen und dementsprechend erbarmungslos gejagt. Kein Wunder, dass der Luchs in weiten Teilen Europas völlig ausgerottet wurde. Doch auch heute noch hat der Eurasische Luchs, trotz zahlreicher Bemühungen ihn an einigen Orten wieder auszuwildern, mit zahlreichen Problemen und Vorurteilen zu kämpfen. Gelingt es diese auszumerzen, dann hat auch das 'Pinselohr' ganz sicher wieder eine Chance in unseren Wäldern heimisch zu werden um so unsere Kulturlandschaft und verarmte Fauna um ein wundervolles Tier zu bereichern..

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Aussehen
Mit einer Körperlänge von 80-130 cm und einer Schulterhöhe von 60-70 cm ist der Eurasische Luchs nicht nur die größte Art innerhalb der Gattung der Luchse, sondern auch die größte Raubkatze Europas. Die im Vergleich zu anderen Katzenarten langen Beine und die großen Pfoten erleichtern dem Luchs die Fortbewegung in schneereichen Gebieten.

Was alle Luchsarten unverwechselbar macht, sind vor allem die auffälligen Haarbüschel an den Ohren, der kurze Schwanz, der beim Eurasischen Luchs etwa 11-35 cm misst, und dem beim Nordluchs (wie der Eurasische Luchs bisweilen genannt wird) besonders schön ausgeprägten Backenbart.

Auf gar keinen Fall verwechseln sollte man den europäischen (und natürlich auch die anderen Luchse der Gattung 'Lynx') mit dem hauptsächlich in Afrika verbreitetem Wüstenluchs, der im dortigen Sprachgebrauch manchmal auch schlicht und einfach "Luchs" genannt wird. Auch wenn er ähnlich imposante Haarbüschel an den Ohren aufweist ist er mit den echten Luchsen nur in dem Maße verwandt, wie mit den meisten anderen Katzen auch.

Das Fell des Eurasischen Luchses ist rötlich-braun bis grau-beige, wobei die mehr rötlichen Luchse meist ein deutlich ausgeprägtes Fellmuster mit dunklen Flecken besitzen, während die grau-beigen Tiere ein in der Regel weniger deutliches bzw. helleres Muster aufweisen. Die Fellzeichnung lässt sich einfach in zwei verschiede Grundtypen einteilen: überwiegend gepunktet und überwiegend ungemustert. Im Winter, bzw. in kalten Regionen das ganze Jahr über, ist das Fell dieser Katzen meist etwas heller gefärbt. Vielleicht deshalb, um auch bei Schnee nicht unnötig aufzufallen, denn eigentlich ist die Fellzeichnung des Eurasischen Luchses bestens geeignet, um auf dem Untergrund eines laubbedeckten Waldboden für das Auge quasi zu verschwinden.

Fotos: Frank Huber / www.big-cats.de

 Diese drei Beispiele zeigen, wie vielfältig die Fellzeichnung des Eurasischen Luchses sein kann

Insgesamt kann man - was die Größe des Luchses angeht - ein Ost-West Gefälle feststellen: Die ostsibirischen Luchse gelten allgemein als die Größten innerhalb ihrer Art, in Europa und besonders im Kaukasus sind die Luchse von kleinerer Statur. Letztere ähneln aufgrund ihrer Größe und ihrem rötlichen Fell mit deutlich ausgeprägter Fellzeichnung übrigens dem Spanischen Luchs (Lynx pardinus).

Lebensraum
Der Eurasische Luchs ist vor allem in waldreichen Gebieten mit dichtem Unterholz zu finden, das ihm Deckung bei der Jagd bietet. Offene Landstriche, wie Felder und Wiesen meidet er zwar in der Regel, aber in einigen Gebieten ist er auch in offeneren Lebensräumen anzutreffen. Zu diesen zählen zum Beispiel die Halbwüsten in Zentralasien oder die baumlose Tundralandschaft im Norden Sibiriens. Selbst im Gebirge oberhalb der Baumgrenze gibt es Luchse. In echten Wüsten ist er dagegen nicht anzutreffen, auch dichtbesiedelte Gebiete werden von dem scheuen Tier gemieden.

So beschreibt zumindest die Literatur den Lebensraum des Luchses. Der Luchshegering Vogelsberg wird nun anhand der Meldungen über Sichtungen und Risse klären, ob sich der Luchs bei uns auch an diese Lebensraumbeschreibung hält. Erste Auswertungen der bisher eingegangenen Meldungen ergeben ein abweichendes Bild. Davon werden wir berichten, sobald unsere Datengrundlage besser ist und sich eine klarere Aussage treffen lässt.

Verbreitung
Der Eurasische Luchs hat eines der größten Verbreitungsgebiete aller Katzenarten, das von der Nordseeküste im Westen bis hin zur Pazifikküste in Osten und vom Himalaja im Süden bis über den Polarkreis hinaus im Norden reicht. Früher war er nicht nur im Mittleren Osten und in Asien, sondern auch in einem großen Teil Europas verbreitet, aber wurde in der Vergangenheit durch übermäßige Bejagung und Lebensraumverlust stark dezimiert, so dass er in unseren Gegenden in den letzen 150 Jahren großflächig ausgerottet wurde. Nur in den nördlichen und östlichen Ländern Europas sind noch größere Populationen zu finden. Im restlichen Europa heimische Luchse sind vor allem Tiere, die wiederangesiedelt oder in der jüngsten Vergangenheit wieder zugewandert sind.

Im Folgenden soll kurz dargestellt werden, wie viele Luchse es etwa in den verschieden Verbreitungsgebieten gibt. Diese Übersicht darf keinesfalls als vollständig betrachtet werden, oder gar als 100% richtig. Denn grundsätzlich gilt bei solchen Zahlen: Sie sind nur sehr grob geschätzt! Hinzu kommt das sehr große Verbreitungsgebiet des Luchses, das natürlich auch sehr dünn besiedelte und unzugängliche Gebiete mit einschließt. Die Art und Weise der Zählung wird vermutlich auch zu einem mehr oder weniger genauen Ergebnis führen (Telemetrie, Fährten, etc.). Auf die Schweiz bezogen, wurden nur erwachsene Tiere in der Zählung berücksichtigt, auf die anderen Länder und Regionen trifft dies hoffentlich ebenfalls zu. Die Zählungen sind vermutlich alle aus den 1990er Jahren

Im Dreiländereck (Deutschland, Österreich, Tschechische Republik) leben etwa 100 Luchse auf ca. 6000 km². In den Alpen gibt es etwa 150 Luchse, die jedoch auf viele kleine Populationen verteilt sind, im Juragebirge sind es etwa 100 Luchse. Frankreich hat zwei voneinander getrennte Populationen in den Vogesen und in den Pyrenäen. Im Balkan gibt es in den Ländern Jugoslawien, Albanien, Griechenland und Mazedonien etwa 50 Luchse, in den Ländern Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina etwa 200 (wiederangesiedelte) Luchse. Neben diesen kleinen isolierten Populationen, gibt es in den Karpaten (Slowakei, Tschechische Republik, Polen, Ukraine, Rumänien, Jugoslawien) eine etwa 2.200 Individuen große Population, die sich auf ca. 104.000 km² verteilen. Sie ist gleichzeitig die größte selbständige Population, die nicht mit der russisch-sibirischen Population in Kontakt steht. In den Skandinavischen Ländern Norwegen, Schweden und Finnland leben zur Zeit etwa 2.500 Luchse auf ca. 873.000 km², die mit der baltischen und russisch-sibirischen Populationen in Kontakt stehen. Die baltische Population besteht aus etwa 2.000 Luchsen.

Lebensweise
Katzentypisch zieht der Eurasische Luchs als Einzelgänger umher. In den meisten Teilendes Verbreitungsgebietes ist er vor allem in der Morgendämmerung und während der Nacht aktiv. Jeder erwachsene Luchs durchstreift ein festes Revier. Die Gebiete der Männchen sind größer als die der Weibchen, was dazu führt, dass jedes Männchenrevier zumindest eines, manchmal auch zwei der Weibchenreviere vollständig umschließt. Während die Männchen ihre Territorien regelmäßig durchstreifen, halten sich Weibchen, besonders während der Jungenaufzucht, in bestimmten Bereichen ihrer Reviere auf. Die Größe der Reviere richtet sich vor allem nach der Beutetierdichte und ist aus diesem Grund von Gebiet zu Gebiet verschieden. Im Durchschnitt kommen auf je 100 Quadratkilometer je ein Luchs. In einigen Bereichen Osteuropas wurden auf Grund einer hohen Beutetierdichte über zehn Individuen je 100 Quadratkilometer gezählt.

Paarungsverhalten
Die Paarungszeit des Eurasischen Luchses fällt normalerweise in die Monate März und April. Nach einer Tragzeit von ca. 70 Tagen kommen im Mai oder Juni in einem sorgfältig ausgewähltem Versteck 2-4 Junge zur Welt wovon jedoch selten mehr als ein Junges überlebt. Die anderen verenden an Krankheiten oder werden in dicht besiedelten Gebieten häufig überfahren.

Jungenaufzucht
Wie alle Katzenjungen sind die Neugeborenen typische Nesthocker. Bei der Geburt sind sie noch blind. Erst nach etwa 12 Tagen öffnen sich ihre Augenlider. Sie werden ca. 10 Wochen lang von ihrer Mutter gesäugt, beginnen aber bereits nach sieben Wochen feste Nahrung zu sich zu nehmen. Im Alter von sechs bis sieben Monaten unternehmen sie erste Jagdversuche. Nach 10 Monaten verlassen sie ihre Mutter, bleiben aber für die nächsten Wochen noch im vertrauten Revier. Sobald sich bei der Mutter erneut Nachwuchs einstellt, müssen sie ihr Revier verlassen. Dies ist für die Jungen Luchse eine schwierige Zeit. In unbekanntem Terrain müssen sie Jagen, Reviere anderer Luchse umgehen, Straßen und Siedlungen passieren. Viele Luchse überleben die Zeit nicht, bis sie ihr eigenes Revier gefunden haben.

 

Foto: big-cats.de / Tierpark Dessau

Foto: Dieter Schiefner
Tierpark “Alte Fasanerie” Hanau
www.erlebnis-wildpark.de


Erster Luchsnachweis in einem Jagdrevier bei Schotten

Folgender Bildbeitrag von Michael Jüngling, stellt die in einem Jagdrevier bei Schotten vorgefundene Situation dar. Die Bilder des AK Hessenluchs ergänzen dabei die Darstellung.

Nachweis anhand der Luchsfährte:  

Die Luchsfährte ist rund und etwa dreimal größer als eine Katzenspur (Durchmesser 6 – 9cm).

Die Nägel sind meist nicht zu erkennen (linkes Bild). Bei ausgefahrenen Nägeln haben diese aber einen deutlichen Abstand zu den Zehen (rechtes Bild). 

Bei höherer Schneelage ist die Differenzierung manchmal gar nicht so einfach. Allein die Größe schließt eine Fuchssspur aus.

Der Fährtenverlauf zeigt eine leichte Schränkung – also keine schnurgerade Linie wie beim schnürenden Fuchs. Der Schrittabstand beträgt 40 – 100cm, auf der Flucht bis zu 150cm.


Der Luchsriss

Der Luchs hat auf einer Schneise ein Reh gegriffen und offensichtlich sofort einen Kehlbiss angebracht. Auffallend ist die kaum vorhandene Bodenverwundung, es hat also kein Kampf stattgefunden. Der Luchs muss bei seinem Biss große Halsgefäße durchtrennt haben, das Reh hat massiv Schweiß verloren.

Reh mit typischem Kehlbiss. Zum eindeutigen Bissnachweis kann man mit einem Messer die Haare am vermuteten Bissbereich abschaben. Der Abstand der Eckzähne beträgt beim Luchs 3 – 3,5cm. Weiterhin kann es zu Kratzspuren im Rückenbereich der Beute kommen.

Das Reh wurde vom Luchs von der Rissstelle in ein Altholz weggeschleift. Die Schleifspur mit Schweißanhaftung und die Luchsfährte sind gut zu erkennen.

Der Luchs hat seine Beute dann im Reisig versteckt und an den Keulen angeschnitten. Die Rissspuren werden oft durch das Aufsuchen des Risses durch andere Beutegreifer wie  z.B. den Fuchs verwischt und sind dann nicht mehr ganz eindeutig. Das Verblenden der Beute ist typisch für den Luchs.Wird der Luchs nicht gestört, kehrt er für 3 bis 5 Tage zu seinem Riss zurück um zu fressen. Er bevorzugt Muskelfleisch, das Skelett lässt der Luchs meist vollständig zurück.

Der Luchs ist in der nächsten Nacht zum Riss zurückgekehrt und hat seine Beute an einen anderen Ort verbracht. Auch hier erkennt man die Schleifspuren des mittlerweile gefrorenen Rehs und die Luchsfährte. Der Luchs hatte zum Abtransport seine Beute offensichtlich unter seinem Körper.

Erhöhte Ansitzplätze werden vom Luchs gerne aufgesucht. Von dem abgebildeten Baumstamm hatte der Luchs einen Rundblick über einen größeren Altholzbereich. Der Luchs selbst bleibt dank seiner Tarnfarbe und seiner großen Vorsicht gegenüber Menschen für uns oftmals unsichtbar.

Text und Fotos: M. Jüngling


Schulung der Luchsbeauftragten des Luchshegeringes Vogelsberg im Nationalpark Harz

Einer Einladung in den Nationalpark Harz folgend, besuchten am 06.Mai unsere Luchsbeauftragten eine Fortbildungsveranstaltung zum Thema “Erkennung von Luchsspuren” in Bad Harzburg.

Nach der freundlichen Begrüßung durch den Leiter des dortigen Luchsauswilderungsprojektes, Herrn Ole Anders, stand als erstes die Besichtigung des “Haus der Natur” auf dem Programm. In dieser über 400qm großen Erlebnisausstellung werden die Besucher mit Spiel und Spaß an das Thema Wald und Wild herangeführt.

Wahrzeichen des Harzes – der Luchs

Herr Anders stellt im weiteren Verlauf das Luchsprojekt Harz vor und erläuterte das dort durchgeführte Luchsmonitoring. Ein weiterer Bestandteil des Vortrages waren die Deutung von Luchsspuren und Rissen, der Einsatz von Fotofallen und sonstigen Nachweismöglichkeiten im Revier.

Nach diesem sehr interessanten und lehrreichen Vortrag wurde das Luchs-Schaugatter auf der Rabenklippe besucht. In diesem etwa 1ha großen Gatter leben drei Luchse, welche sich geduldig beobachten und ihr Verhalten studieren ließen. Dort konnten Pirschzeichen wie Haare und Losung direkt vor Ort von den Luchsbeauftragten begutachtet werden, was eine wertvolle Übung für die spätere Praxis darstellt.Diese gelungene Veranstaltung klang bei einer zünftigen Brotzeit auf der Rabenklippe aus.

Eine weitere Schulung unserer Luchsbeauftragten ist für den Herbst geplant.

Vortrag von Herrn Anders zum Thema “Erkennen von Luchsspuren”

Am Luchs-Schaugatter “Rabenklippe”

Der Harz -  ein Mittelgebirge ganz ähnlich dem Vogelsberg

Abschluss der Exkursion bei einer Brotzeit auf der Rabenklippe

Text und Fotos: M. Jüngling


Die Luchs-Bildergalerie


Links zum Thema Luchs:

http://www.pinselohren.de

http://www.luchs-in-hessen.de

http://www.luchsprojekt.de

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